Wie gefährlich ist der Islam?

Fünf Fragen an den Islamexperten Dr. Andreas Maurer

Der Islam breitete sich im 7. Jh. durch Kriege über den Nahen Osten und Nordafrika aus. Und heute werden im Namen des Islam zum Beispiel die christliche Bevölkerung im Sudan massakriert oder es werden grausame Terroranschläge verübt. Ist der Islam eine kriegerische Religion?

Es gibt verschieden Strömungen und Gruppierungen im Islam. Sicher ist die Mehrheit der Muslime friedliebender Natur. Aber es gibt auch Muslime die es als gerechtfertig ansehen, wenn sie Gewalt anwenden bei der Verbreitung des Islam. Das Problem liegt bei den einzelnen Muslimen, oder besser gesagt bei den führenden Kräften, wie sie den Koran interpretieren und in der Praxis anwenden. Da der Koran keine chronologische Reihenfolge aufweist, finden wir friedliche wie auch kriegerische Verse nebeneinander. Jeder Muslim sucht sich in der Regel diejenigen Verse die ihm passen und die anderen lässt er auf der Seite. Im Koran gibt es über 20 Verse die die Muslime auffordern, andere zu töten (siehe z.B. Sure 9, Verse 5, 20-21). Muslimische Theologen teilen die Welt in zwei verschiedene Gebiete:

  1. Dar al-Harb: Haus des Krieges
  2. Dar al-Islam: Haus des Islam

Damit hält der Krieg so lange an, bis die ganze Welt zum „Haus des Islam“ gehört. Es ist aus islamischer Sicht unmöglich, dass andere Religionen auf Dauer gleichberechtigt neben dem Islam existieren können.

Es gibt keine wahren Demokratien in islamischen Ländern, die religiöse Freiheit ist oft sehr eingeschränkt, die Menschenrechte werden nur im Rahmen des Korans und der islamischen Gesetzgebung gewährt. Ist der Islam überhaupt demokratiefähig; stellt er durch die bei uns lebenden Muslime nicht eine zunehmende Bedrohung für das politische und rechtliche System der Schweiz dar?

Die Regierungspraxis des islamischen Idealstaates, der von den militanten Islamisten angestrebt wird, ist autoritär bis diktatorisch. Zwar gibt es in vielen islamischen Ländern Parlamente, die nur Teile der Scharia in ihre Gesetze aufgenommen haben und deshalb im Gegensatz zu den Fundamentalisten stehen. Ein islamischer Staat aber ist und kann keine Demokratie sein, weil das Volk nicht der eigentliche Träger der Staatsgewalt ist. Auch anerkennt der Islam die Grundlage der Demokratie nicht, nämlich die Gleichheit und Freiheit aller Bürger. Die Scharia steht also auch mit dem politischen und rechtlichen System der Schweiz in Konflikt.

Von christlichen und muslimischen Vertretern wird immer mal wieder behauptet, dass Allah und der Gott der Bibel identisch seien. Sind Islam und Christentum wirklich kompatibel?

Es gibt Eigenschaften von Allah im Koran die mit dem Gott der Bibel übereinstimmen, wie zum Beispiel: Er ist barmherzig, allmächtig, allwissend und ewig. Viele Menschen ziehen nun vorschnell die Folgerung daraus, dass Allah im Koran und Gott der Bibel identisch sind. Dies ist aber nicht das ganze Gottesbild, denn es gibt auch fundamentale Unterschiede. So sagt Allah im Koran zum Beispiel, dass Jesus nicht der Sohn Gottes ist und er nicht gekreuzigt wurde (siehe Suren 19,35 und 4,157). Wenn also die vollständige Beschreibung von Allah im Koran mit dem Gott in der Bibel verglichen wird, dann kommt man zum Schluss, dass dies nicht kompatibel ist.

Die christliche Missionstätigkeit in islamischen Ländern ist mit grossen persönlichen Risiken und Opfern für Missionare und Konvertiten verbunden. Warum tut sich der Islam so schwer mit der Religionsfreiheit?

Im islamischen Staaten, wo die Scharia gilt, werden keine anderen Ideologien oder Religionen geduldet. Diese müssen unterdrückt oder vernichtet werden. Denn solche Menschen, die dies vertreten, werden als Feinde des Islam angesehen, weil sie im Widerspruch zur Lehre des Islam stehen. Der Koran sagt zum Beispiel in Sure 4,89: „... Und wenn sie sich abwenden (und eurer Aufforderung zum Glauben (dem Islam) kein Gehör schenken), dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie findet, und nehmt euch niemand von ihnen zum Freund oder Helfer!“
Muslime verstehen also unter Religionsfreiheit etwas anderes, nämlich dass einerseits alle Menschen die Freiheit haben sich dem Islam zuzuwenden. Anderseits aber, laut der Scharia, hat jeder der sich vom Islam abwendet nur drei Tage Bedenkzeit. Kommt er danach nicht zurück zum Islam, muss er als Abtrünniger umgebracht werden.

Muslimen wird oft vorgeworfen, dass sie in Gesprächen über ihre Religion stur auf ihrem Standpunkt beharren, für rationale Argumente, die gegen den Islam sprechen, kaum zugänglich sind, schnell laut und gewalttätig werden. Ist das auch Ihre Erfahrung?

In der Begegnung mit Muslimen ist es vorerst wichtig, dass wir die Begriffe genau klären. Muslime verstehen oft unter dem gleichen Begriff etwas ganz anderes als Christen. Es ist deshalb ratsam, am Anfang mit einer Rückfrage zu reagieren, wie zum Beispiel: „Was genau verstehen Sie darunter? Wo steht das geschrieben? Welche Beweise haben Sie?“ Das wirkungsvolle Gespräch mit Muslimen kann man lernen und üben. Dabei gilt, je mehr man über die Religion und die Kultur dieser Menschen weiss, desto besser kann man kommunizieren. Es ist meine Erfahrung, dass man mit Muslimen im allgemeinen gut und offen über Religion sprechen kann, wenn man selber nicht aggressiv ist, diplomatisch reagiert und in der Liebe Gottes antwortet. Es muss aber auch gesagt werden, dass Muslime im Bezug auf ihre Religion oft ihre eigene Logik haben. Ich habe aber selten Muslime erlebt, die laut und gewalttätig wurden.

Weitere Bemerkungen…

  • Die Referenzen vom Koran sind aus der Übersetzung von Rudi Paret, Kohlhammer Verlag, entnommen.
  • Ein gute Übersicht über diese ganze Thematik findet man in dem Buch „Basiswissen Islam ... und wie Christen Muslimen begegnen können“ von Andreas Maurer. ISBN: 3-7751-3840-4. Erhältlich im Buchhandel oder auch unter www.aymf.net
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